Manchmal kommt es eben anders

Eigentlich wollte ich vor Weihnachten Socken für die Bahnhofsmission stricken. Mal was für einen guten Zweck machen. Bietet sich ja fast an, schließlich habe ich noch so viel Wolle und so wohl der Mann als auch ich haben so viele Socken, dass wir auf ein neues Paar auch noch ein wenig warten können. Und nachdem ich in meinen Stash abgetaucht bin und zwei Knäuel Sockenwolle gefunden habe, die robust genug aussahen, hab ich Anfang Oktober ein Paar Socken angeschlagen. Für die Größe hab ich immer wieder die Füße meines Mannes zum Anprobieren genommen. Wahrscheinlich hat er deshalb auch gedacht, die Socken wären für ihn. Großartig besonders ist dieses Paar nicht geworden, war auch nicht wirklich geplant. Nur die Spickelzunahmen sind nicht auf der Seite, sondern unter dem Fuß. Ja, natürlich Zunahmen, denn auch diese Socken wurden wie immer von der Spitze an aufwärts gestrickt. Und gleichzeitig. Und weil sie nix Besonderes sind, hab ich auch nur ein einziges Foto gemacht. Für die Aktion Bahnhofsmission sind sie allerdings viel zu spät fertig geworden, erst Anfang Januar. Deshalb sind sie dann doch in den Besitz meines Mannes übergegangen.

Größe 45

Garn: Peterle Wolle, Strumpf- und Sportwolle 4fach

Design: Standardsocken mit Bändchenspitze, Zwickelzunahmen unter dem Fuß, umgekehrter Herzchenferse und verstärkter Ferse

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Meisi

Im letzten Beitrag hatte ich versprochen, dass ich es ganz anderes anfange. Hab ich auch. Ende Juli bin ich im Ravelry-Forum über einen Beitrag gestolpert, “Strick’s für HerzKönigin“ stand da. Das hat mich neugierig gemacht. Tamara, die unter dem Label HerzKönigin von ihr gefärbte Wolle verkauft, hat zum ersten mal einen Stand auf dem Wollmarkt in Vaterstetten und möchte dafür aus ihrer Wolle gestrickte Ausstellungsstücke, um den Stand zu dekorieren. Da hab ich gedacht, da mach ich mit. Die passende Anleitung hatte ich mir schon herausgesucht und im Forum nebst Farbvorstellung auch schon angekündigt. Es hat dann noch eine ganze Weile gedauert bis ich das Garn bekommen habe. Und dann konnte ich kaum noch erwarten, “Meisi“ anzuschlagen. Erstmal musste ich allerdings noch das Garn wickeln, also hab ich im Restaurant vom Oberpollinger Haspel und Wickler ausgepackt und angefangen. Danke nochmal, Anja, für das Foto! 

Ein etwas anderer Aufbau als normal, aber es hat einigermaßen funktioniert. Dumm nur, dass ich beim Abziehen vom Konus den Faden verloren habe. So hatte ich erstmal ein bisschen Wollkotze beim Anstrick.

Sieht chaotisch aus, war aber halb so schlimm. 

Wieder einmal habe ich mich nicht ganz an die Anleitung gehalten und statt der Noppen am Rand nur einen Zackenrand gestrickt. Ungefähr zwei Wochen nach Anfang gegen Ende der zweiten Bahnfahrt sah es dann so aus:

Dummerweise hab ich dann ganz am Ende der Fahrt eine meiner beiden Rundstricknadeln kaputt gemacht, indem ich sie unbemerkt runtergeschmissen und dann drauf getreten habe. Holz in Nadelstärke 2,5 nimmt einem das echt übel! Aber für die Finger braucht man ja keine zwei, die andere Rundstricknadel war ja noch ganz, da konnte es ja weitergehen. Theoretisch. Wenn ich denn die Zeit gehabt hätte. Irgendwie war dann mit Stress auf der Arbeit, Oktoberfest und anderen Aktivitäten gar nicht so viel Zeit übrig, selbst für die Finger nicht. Und so hab ich die beiden Prachtstücke dann doch erst vergangenen Sonntag fertiggestellt. Naja, fertig gestrickt. Heute erst hab ich dann die Fäden vernäht und dabei die Löcher zugenäht. Hat eigentlich schon mal jemand Handschuhe ganz ohne Löcher zwischen den Fingern gestrickt? Falls ja bin ich für Tipps sehr dankbar! 

Garn: Fleet Feet in Eisblau bis Hellblau von Herzkönigin, ca 76 g in Größe S

Design: Meisi von Julia Müller

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Ich bin ein UFO hol mich hier raus

Manche Gedanken brauchen etwas länger, bis sie wirklich zu mir durchdringen. 

Als ich den Blogbeitrag von Rebekka das erste mal gelesen habe, dachte ich noch, ich hab ja gar keine UFOs. Aber da hab ich mal wieder nur an das gedacht, was ich in Sichtweite habe.

Nachdem ich das Fire in the Sky Tuch fertig bekommen habe, dachte ich, ich könnte meinen Wollvorrat mal in den Stash aufnehmen, sortieren etc.  Tja, und dann fand ich das da:

Meine Mutter hatte mir irgendwann mal eine ganze Menge Garn geschenkt, weil sie nicht mehr stricken kann. Unter anderem auch dieses “Garn“, mit dem ich erstmal so gar nichts anfangen konnte. Dann hab ich ein bisschen probiert, geribbelt, wieder probiert und schließlich frustriert beiseite gelegt. Beim Aufräumen ist es dann in der Wollkiste gelandet und eine ganze Weile dort einfach vergessen worden. Bis es mir bei der Stashaktion wieder in die Hände gefallen ist. 

Erstmal hab ich dann auf ravelry nach einer Anleitung gesucht und festgestellt, dass das Garn schon seit Jahren nicht mehr hergestellt wird und alle Anleitungen nicht mehr online sind. Eine Googlesuche nach Forenbeiträgen war auch eher erfolglos. Es wurde zwar oft darüber diskutiert, aber richtige Anleitungen waren nicht zu finden. Zwischendurch hab ich sogar bei ONLine angefragt, wie man dieses Garn verstrickt, denn am Anfang hat sich bei mir gar nichts gerüscht. An dieser Stelle einmal vielen Dank für die schnelle Reaktion! Dann hab ich den ersten Neuversuch gestartet mit dem dunklen Ton aussen. War aber auch nicht so richtig schön. Für den direkten Vergleich hab ich dann das zweite Knäuel mir der hellen Farbe aussen verstrickt, was mir deutlich besser gefallen hat. Zuerst hab ich dann gedacht, ich könnte den Fehlversuch beim Stricken ribbeln, aber da sich das Garn zu sehr dabei verdreht hat, ging das leider doch nicht. Also doch erst wickeln, dann stricken.

So richtig Spaß hat dieser Schal nicht gemacht, zum einen, weil das Stricken recht umständlich war, zum anderen weil es halt die Farben meiner Mutter sind und nicht meine. Immerhin ging es aber ziemlich schnell, so dass ich heute schon melden kann: UFO1 ist fertiggestellt! 

Am Freitag werde ich erstmal was ganz anderes angefangen. Diese Woche über werde ich wohl auch ohne Handarbeitsprojekt genug zu tun haben, also dürfen weitere UFOs erstmal weiterhin in den Wollkisten schlummern. Aber ich bleibe dran. Dauert erstmal ein bisschen, aber irgendwann wird es nochmal einen UFO-Beitrag geben. Bestimmt! 

Fertige Maße: ca 12 x 160 cm im Liegen, wird beim Tragen länger und schmaler. Verstrickt wurden 4 Knäuel je 50g/20m

Einen Link zur Anleitung gibt’s diesmal nicht, aber noch den Link zu meinem Ravelry-Projekt

Fire in the Sky

Kennt ihr diese Leere, wenn man ein langwieriges Projekt abgeschlossen und noch kein neues anfangen hat? Ich hab gestern gerade “Fire in the Sky“ fertig bekommen. Gerade eben knapp noch gestern. Aber mal von Anfang an.

Irgendwann wollte ich wissen, ob dieser Wollmeise-Sale-Hype gerechtfertigt ist und bin hingefahren. Und war etwas geplättet. So viele Farben! Tatsächlich recht schönes Garn, was sich gut stricken lässt und wunderbar anfasst. Was soll ich sagen? Natürlich hab ich was gekauft. Drei Stränge Sockengarn (wovon zwei noch in der Kiste liegen) und zwei Stränge Lacegarn. Eigentlich wollte ich die beiden Farben “Gänsefüßchen“ und “schwarz“ (tatsächlich, einfach schwarz) zusammen verstricken, aber dann war mir der Kontrast doch zu stark. Also hab ich beim nächsten Sale einen “auf dem roten Teppich“ dazu gekauft und dachte schon gleich an zweifarbiges Patent. Und dann ist mir auf Ravelry die Anleitung von Ute Nawratil über den Weg gelaufen. Das ist es, dachte ich. Und hab angefangen. 

Alleine den Anfang hab ich schon fünfmal gestrickt, bis ich so weit war wie auf dem Foto oben zu sehen ist. Hmpf. Immer wieder hat mir irgendwas nicht gefallen oder ich habe eine Masche verloren und nicht mehr fangen können. Irgendwann hab ich dann endlich mal eine Sicherheitsleine eingezogen, die ich allerdings danach nicht mehr gebraucht habe. Und dann hieß es wochenlang Patent, Patent, Patent und gelegentlich mal verzopfen. Dabei hab ich übrigens etwas anders gestrickt, als “normal“, nämlich Reihe a und b gleichzeitig, mit zwei Fäden über dem Finger.

Irgendwann war dann der Hauptteil endlich fertig (inkl. 455 Maschen Icord abstricken) und ich habe mit dem Rand anfangen können. 

Tja, was soll ich sagen, natürlich habe ich den Rand auch fünfmal angefangen. Als ich dann schon wieder einen Fehler entdeckt habe, war ich kurz davor, wieder zu ribbeln. 

Sehr ihr den Fehler? Ja, genau, irgendwo hab ich eine Masche beim aufnehmen übergangen, deshalb treffen sich die Rippen im rechten Teil, im linken nicht mehr. Ich hab aber beschlossen, dass das so gering ist, dass ich das so lassen kann und weitergestrickt. Da ich das Tuch mit Lacegarn und nicht laut Anleitung mit etwas dickerem Sockengarn gestrickt habe, kamen mir die vier Reihen Rand zu wenig vor, also hab ich noch zwei mehr gestrickt. Außerdem hab ich an jeder Ecke 4 Maschen zugenommen.

Vergangenen Freitag gab es dann Fertigstellung mit Hindernissen. Ich hatte am den beiden vorherigen Abenden jeweils eine der kurzen Seiten abgekettet und hatte die leise Hoffnung, beim Stricktreff die lange Seite abzuketten. So ganz hat das nicht geklappt, aber die verbleibenden 30 cm würde ich locker am Abend vor dem Fernseher schaffen. Nur noch nach Hause radeln und dann geht’s los. Tja. Und dann hatte mein Rad einen Platten. Da ich mit meiner Freundin telefonieren wollte, hab ich erstmal geschoben, vom Oberpollinger bis zur Münchner Freiheit. Dann in die U-Bahn und den Mann angerufen, der mich auch ziemlich schnell abgeholt hat. Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Sturm. Zu Hause gab es dann erstmal was zu essen und dann konnte ich endlich, endlich fertig abstricken und Fäden vernähen. So gerade eben hab ich es doch noch geschafft, Freitag fertig zu werden. 

 FERTIG! 

Und was mach ich jetzt? 

Fertige Maße, leicht gedehnt: 160 x 65 cm, mit dem letzten Rand von 952 Maschen Icord. Insgesamt 377 Zöpfe, 324 g und zig Flüche.

Und auch noch der Link zu meinem Ravelry-Projekt

Babygeschenk

Nachdem ich ewig gebraucht habe, meiner Freundin zur Geburt ihres Babys zu gratulieren, habe ich nicht ganz so lange gebraucht, endlich ein Geschenk zu machen. Meistens hab ich bisher Jäckchen gestrickt, aber da das Kind nicht mehr ganz neugeboren ist und ich die Größe nicht kenne, wollte ich das Risiko nicht eingehen, dass die Jacke schon nicht mehr passt. Aber auf Ravelry hab ich eine Anleitung gefunden, die mich sehr gereizt, sogar regelrecht in den Fingern gejuckt hat: Der Amish Puzzle Ball.

Am Freitag wollte ich dann unbedingt anfangen. Ich hatte auch noch ein Garn im Kopf, mehrere Farben, einiges nur als Rest, irgendwo in einer Tasche mit ganz viel weiß, oben unterm Dach. Tja. Dann suchen wir mal, bei brüllender Hitze, unterm Dach. Nee, isschön, macht Spaß. Der erste Versuch war erfolglos, der zweite aber brachte die Tasche in einem Karton zum Vorschein und darin ganz viel weißes Garn passender Stärke und – tadaa – ausreichend weitere Farben. 

Also hab ich eine Vorauswahl an Farben mit runter gekommen und sofort angefangen. 

Vielleicht ein bisschen unüberlegt. Tjanun. Noch am Freitag hatte ich die ersten “Hütchen“ fertig, Samstag insgesamt die Hälfte der nötigen zwölf und heute dann den Rest inklusive der nennen wir es mal “Deckelketten“. Das Garn dafür war doch ziemlich knapp, übrig ist nicht viel:  

Als Füllung war mir die Füllwatte irgendwie nicht so recht. Die Löcher, wo mehrere Maschen gehäkelt wurden, sind doch so groß, dass die Füllwattefasern da einzeln durchgehen können, und wenn das Kind die Dinger in den Mund nimmt und daran nuckelt, könnte es den Mund voller Fasern haben… nee, nicht gut. Aber ich wusste schon warum ich die alten T-Shirts vom Mann aufgehoben habe. X-mal gewaschen, löchrig, aber wenn interessiert das als Füllung? Da zählt doch eher, dass bei so häufiger Wäsche wohl kaum noch Schadstoffe drin sein können. Ideal. Also in Streifen geschnitten und die Hütchen damit ausgestopft. Ist ziemlich schwer geworden dadurch, ich hoffe, der Ball ist trotzdem babygeeignet. 

Sieht übrigens auch mit den Hütchen nach aussen gedreht ganz lustig aus.

Auf die Reise gehen wird der Ball vermutlich in Einzelteilen, also als Puzzlespiel für die Eltern. Mein Mann hat hat es im ersten Versuch nicht geschafft das Ding zusammen zu setzen. Für alle, die hier zufällig gelandet sind, weil sie auf der Suche nach einer Bauanleitung sind, kommen hier noch ein paar Fotos als Hinweis 😉

Und hier noch der Link zu meinem Ravelry-Projekt

Bloggst du eigentlich auch?

Die Frage wurde mir neulich mal wieder gestellt und irgendwie … Die Antwort muss wohl “Nein, noch nicht“ lauten. Oder “nicht mehr“? Es gab ja schon mal einen Anlauf. Und eigentlich wollte ich das ja auch immer wieder mal tun. Und deshalb nehme ich die Frage jetzt als neuen Anschubs, doch mal wieder etwas zu schreiben. Über meine Strickprojekte, Ausflüge, Gedanken und was weiß ich, was mir noch so einfällt. Viel Spaß beim Lesen!